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HJJV feiert 25-jähriges Jubiläum

Ein Vierteljahrhundert Hamburgischer Ju-Jutsu Verband (HJJV) – diesen runden Geburtstag wussten die Hamburger Juka Anfang November mit einem hochattraktiven Lehrgang und anschließender Feier im direkt an der Elbe gelegenen HJJV-eigenen Landesleistungszentrum (LLZ) gebührend zu begehen.

Der HJJV wurde am 7. November 1989 gegründet. Damals, so berichtete HJJV-Präsident und Gründungsmitglied Bernd Stechmann, zählte der Verband 941 Mitglieder, heute sind es 2121 – eine Steigerung von immerhin 125 Prozent.

So mancher von ihnen fand dann auch den Weg zum Lehrgang. Dabei waren alle Graduierungen vertreten, vom Weißgurt bis zum 5. Dan, vom Jungspund bis zum Senior – in diesem Zusammenhang sei Ekkehardt „Ekki“ Krönke erwähnt: 1. Dan JJ und mit 83 Jahren immer noch aktiv auf der Matte.

Zwei der HJJV-Gründer standen als Lehrgangs-Referenten auf der Matte: Siegmund „Sigi“ Sobolewski (7. Dan) und Michael Richter (7. Dan). Sigis Thema war die Verteidigung in engsten Räumen, Michael widmete sich dem Kubotan. Vervollständigt wurde das Referententeam durch Nele Groß (3. Dan), die eine Einführung in die Selbstverteidigung unter Stress zeigte.

Im ersten Lehrgangsteil demonstrierte Sigi Sobolewski und seinem Uke Thorsten Wießner, dass so manche JJ-Technik nicht funktionieren, wenn der Platz sehr begrenzt ist, etwa, wenn man von mehreren umringt wird. Für derartige Situationen stellte Sigi jedoch eine Reihe sehr effizienter Techniken vor, die von den Lehrgangsteilnehmern mit Hingabe ausprobiert und geübt wurden. Auch zeigte er, dass potentielle Angriffe in so enger Distanz sehr gefährlich sind, da sie in der Nahdistanz sehr schnell und ansatzlos erfolgen können.

Ein weiteres Thema in diesem Kontext war, neben dem potentiellen Angreifer auch die umstehenden Personen im Blick zu haben. Denn zu leicht kann auch von dort ein Angriff kommen, etwa um dem Kumpel bei einer sich anbahnenden Schlägerei nur zu gerne „behilflich“ zu sein. Diese Situation wurde auf dem Lehrgang so geübt: Verteidiger wird von einigen Leuten eng umringt und von einem von ihnen angriffen. Zusätzlich wird er von den anderen angerempelt, angesprochen und bepöbelt, kurz: unter Stress gesetzt. Es zeigte sich, dass eine Verteidigung unter solchen Umständen nicht einfach ist. Abschließend ging Sigi noch auf Möglichkeiten der Verteidigung bei gefährlichen Situationen an Urinalen und an Hausmauern ein. Die erste Lehrgangsstunde verging wie im Fluge, viele hätten gern noch mehr aus Sigis Repertoire der effizienten Techniken kennengelernt.

In der zweiten Trainingseinheit gab Nele Groß mit einigen Aufwärmspielen eine Einführung in eine SV unter Stress. Stress sei individuell, jeder gehe anders mit Stress um, sagte Nele. Unter Stress könne man durch Erschöpfung oder situationsbedingt auch in psychischen Stress geraten. Um das einmal zu verdeutlichen, spielten die Lehrgangsteilnehmer „Stein, Schere, Papier“ in Liegestützposition. Wer verlor, machte halt fünf Liegestütz. Da keiner gerne verliert, wurde sehr engagiert gearbeitet – da waren dann auch die ersten Stress-Symptome nicht weit. Dann kam das Thema Stress durch Angriffe: Die Schlagfrequenzen wurden erhöht, die Schlagrichtungen ebenso variiert wie plötzlich die Angreifer. Dann sozusagen das Stress-i-Tüpfelchen: Der Verteidiger sollte seine „starke“ Hand hinten in den Gürtel stecken und durfte nur mit einer Hand den Angriffen begegnen – keine einfache Aufgabe, und der eine oder andere Stress-Fluch war im Dojo durchaus vernehmbar...

Im dritten und letzten Lehrgangsabschnitt mit Michael Richter ging es um die Arbeit mit dem Kubotan. Bereits zu Beginn der Lehrgangs hatte jeder Teilnehmer vom HJJV einen Kubotan erhalten. Michael erklärte zunächst, was ein Kubotan ist und  wie man ihn hält. Verschiedenste Angriffe galt es nun abzuwehren und Michael zeigte dies in gewohnt souveräner Art. Zunächst waren es Atemiangriffe, dann erfolgten Kontaktangriffe. Hier erwiese sich der Kubotan als ein Verstärker der Techniken, gezielte Stöße oder Druck auf Nervendruckpunkte waren schon recht schmerzhaft. Interessant war eben auch der Kubotan-Einsatz bei Kontaktangriffen, bei denen er hervorragend zum Griffsprengen eingesetzt werden kann.

Die Lehrgangsteilnehmer dankten den drei Referenten mit langem Applaus, bevor sie sich nach der Dusche in Richtung Buffet begaben. Für das leibliche Wohl in Form von Speis’ und Trank hatte der HJJV-Vorstand großzügig und reichlich gesorgt. So fand das HJJV-Jubiläum nach einem tollen Lehrgang einen angemessenen Abschluss bei einem entspannten Abend mit vielen netten Leuten.

Lieber HJJV – auf die nächsten 25 Jahre!


Text: Presseteam HJJV/Thorsten Wießner, Ralph Boeddeker, Fotos: Achim Liebsch, Thorsten Wießner